Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt sprach in Mittelfeld über „Wohnen und Leben im Alter“

 

Bild: Jens Schade

 

„Fragen rund um die Pflege beschäftigen viele Menschen über 40. Die einen, weil sie selbst Pflege brauchen, die anderen, weil sie pflegebedürftige Angehörige haben.“ Die Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf brachte es auf den Punkt, weshalb das Thema der Diskussionsveranstaltung am Freitagnachmittag im Kastanienhof für sehr viele Bürger Bedeutung hat.

 

Vielleicht auch deswegen hatten trotz des schönen Wetters doch relativ viele Zuhörer den Weg nach Mittelfeld gefunden. Unter den interessierten Zuhörern befanden sich unter anderem auch Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner und ihre Vorgängerin im Amt, die Ratsfrau Christine Ranke-Heck.

Cornelia Rundt sprach hier im Sternensaal der Seniorenresidenz Kastanienhof zum Thema „Wohnen und Leben im Alter“. Doris Schröder-Köpf hatte die niedersächsische Sozialministerin in den Stadtbezirk Döhren-Wülfel geholt und mit dem Residenzleiter Thomas Warneck einen Gastgeber und Moderator für die geplante Diskussionsrunde mit interessierten Bürgern gefunden. „Heute geht es um ein möglichst selbstständiges Wohnen und Leben auch im Alter“, fasste Warneck seine Erfahrungen als Geschäftsführer einer Seniorenresidenz dazu zusammen.

Dass das Thema in Deutschland ganz besondere Bedeutung hat, machte Ministerin Rundt deutlich. Deutschland weise neben Japan die im Durchschnitt älteste Bevölkerung auf, sagte sie und machte deutlich: „Wir brauchen mehr Pflegekräfte!“ Cornelia Rundt räumte ein, dass die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in Niedersachsen nicht gerade ideal sind. Die Tätigkeit erfolge häufig unter Zeitdruck, die Bezahlung sei schlecht. Niedersachsen suche gerade im Bund eine Mehrheit für den Vorstoß, dass der Staat hier gezielt in die Pflegeselbstverwaltung eingreifen könne. Sie war für ein Überführen der Ausbildung in das duale System, plädierte für einen Tarifvertrag, der allgemeinverbindlich ist (das ist bisher an der Arbeitgeberseite gescheitert) und erhofft sich einen Fortschritt durch die geplanten neuen Pflegekammern. Damit, so Cornelia Rundt, werde auch den Pflegekräften eine deutliche Stimme gegeben.

Die Landesregierung will die Situation auch durch Förderprogramme verbessern. So gibt es Geld für neue Wohnformen, etwa Alten-WG’s, zudem sollen auch Gelder zur Verbesserung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum fließen.
Text: Jens Schade